PRESSE (PORZ LOKAL)

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Spannende Krimi-Vorlesung zum Roman „Betreutes Sterben“

Köln, 16. November 2017

In vorweihnachtlicher Atmosphäre im Klostercafé der Alexianer Kulturzeit, stellte die Buchautorin Cornelia Schmitz ihr neues Buch „Betreutes Sterben“ vor.

Köln – Eine Vorstellung als Premiere für das Klostercafé in Porz-Ensen war es und der Beweis, was behinderte Menschen leisten können. Darauf ist der Geschäftsführer der Alexanier Werkstätten GmbH, Matthias Hopster stolz. „Wichtig ist, was die Mitarbeiter hier können“. Wir wollen sie auf ihrem Weg ins oder zurück in das Arbeitsleben begleiten“, stellt er heraus und dankt zugleich dem renommierten Psychiatrie Verlag zur Ausgabe des Buches  von Cornelia Schmitz.

Lesung aus dem Psychokrimi „Betreutes Sterben“ mit Autorin Cornelia Schmitz (Foto: Robert Schmiegelt)

Nach ihrer Reha-Maßnahme und Einsatz auf einem betriebsintegriertem Arbeitsplatz auf dem ersten Arbeitsmarkt als Sprungbrett zum Schreiben, konnte die Kölnerin Cornelia  Schmitz (57) an ihre persönlichen Stärken und Kenntnisse als Diplom Übersetzerin anknüpfen und schreibt unter ihrer Behinderung. Die Buchautorin war 17 Monate im Berufstrainingszentrum und schrieb das Buch unter einem Pseudonym. „Es ist eine Idee gewesen, weil ich gerne lese“ verriet sie im Interview. Ihre Idee war der Startschuss zu ihrem 160 Seiten-Krimi-Roman, der im März diesem Jahr erschienen ist. Zuvor gab es bereits mehrere kleine Veröffentlichungen von ihr.

Zirka 70 Gäste waren zu der Veranstaltung bei freiem Eintritt gekommen. Im festlich und vorweihnachtlich mit einem großen Tannenbaum geschmückten Café bei gedimmter Beleuchtung, war es gemütlich eingerichtet und die Gäste haben bei alkoholfreien Getränken und Gebäck, die Lesung des ersten Buches von Cornelia Schmitz verfolgen können. Es war eine Vorlesung, die beim Publikum spürbar eine Mixtur von Gespanntheit und Humor ausgelöst hatte.

Dem Text zufolge wurde der Alltag in einer psychiatrischen Anstalt als geschlossene Station, wirklichkeitsgetreu wiedergespiegelt. Vermengt mit einer Krimigeschichte ist der Autorin somit eine Balance zwischen Wahrheit und Hypothese gelungen, darzustellen, was bipolare Menschen so leisten können. „Hier sind alle verrückt, außer die Ärzte“, meint sie in ihrer Vorlesung.

In der Handlung spielen die Patienten Martin Regener als Journalist vom Rheinischen Echo und Eli Sudfeldt die Hauptdarsteller-Rollen. Die Beiden als kleines Ermittlerteam und Patienten zugleich, beleuchten sie undurchsichtige Vorgänge bei der Verabreichung von Medikamenten in der Anstalt, durch die rätselhafte Todesfälle auftreten. Sie vermuten, dass ein neues Medikament illegal getestet werden soll.

Auch von Patienten wie die von ihnen selbst vergebenen Synonyme wie „Kaiser von Italien“ oder „Fabienne die Dritte“ ist die Rede oder Dialoge wie „In der Irrenanstalt lernt man die verrücktesten Leute kennen“, fordern die Zuhörer zum Schmunzeln auf. Auf die Aufklärung der Geschichte im Krimi, wartet das Publikum allerdings vergebens. Das behält sich die Autorin aus gutem Grund vor. Zum Schluss hatten die Gäste, die Möglichkeit, sich ein gekauftes Exemplar des Buches von der Autorin handsignieren zu lassen.

Im Frühjahr 2018 erscheint  Ihr zweites Buch mit dem Titel „Dir werd‘ ich helfen“. Es ist ein Werkstattkrimi für behinderte Menschen auf ihrem Außenarbeitsplatz, dessen Herausgeber ebenfalls der  Psychatrie Verlag sei wird. Alexianer Kulturzeit plant, im kommenden Jahr vier weitere Themen-Veranstaltungen durchzuführen. (Robert Schmiegelt)